Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V.

 

 

 

Abstracts

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    Univ.-Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch

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    ReferentInnen: Dr. Christa Schaff, Dr. Reinhard Martens

    In einem Vortrag von Frau Schaff soll nach einem historischen Abriss eine aktuelle Positionsbestimmung zur Begrifflichkeit der „ärztlichen Psychotherapie“ erfolgen. Im Anschluss daran wird sie als Vertreterin der Psychotherapie im Gemeinsamen Bundesausschuss und der AG PPP der Bundesärztekammer mit Herrn Martens, dem Vorstandsbeauftragten des BKJPP für Psychotherapie, Mitglied im Fachausschuss für Psychotherapie der KBV und Mitglied der Ständigen Konferenz ärztlicher psychotherapeutisch tätiger Verbände (StäKo), den Stellenwert der Psychotherapie in unserem Fachgebiet kontrovers diskutieren. Dabei sollen u.a. Fragen zur Definition der „ärztlichen Psychotherapie“, zur Relevanz für unser Fachgebiet und für die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher aufgegriffen werden.

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    Prof. Dr. med. Rainer Thomasius

    Im Zuge einer rasanten Entwicklung in der digitalen Welt ist die Nutzung des Internets zur Unterhaltung, Kommunikation und Informationsgewinnung nicht mehr wegzudenken. Besonders Jugendliche, die als digital natives von ihren ersten Lebensjahren an mit digitalen Medien aufwachsen, weisen eine besondere Affinität zum Internet auf. Gefahren können für Kinder und Jugendliche entstehen, wenn die Nutzung unkontrolliert und nicht altersentsprechend erfolgt. Daher ist es zentral, Kinder und Jugendliche zu kompetenten Nutzer:innen zu erziehen und ihre Selbstwirksamkeit in „realen“ Beziehungen zu fördern. Im Vortrag wird das Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen auch unter den Bedingungen des Lockdowns während der Corona-Pandemie dargestellt. Wer ist besonders gefährdet ein riskantes oder pathologisches Nutzungsverhalten zu entwickeln? Auf welche Anzeichen können Eltern achten? Wie viel Computer-Zeit ist für Kinder in Ordnung? Welche Herausforderungen stellen sich für die Prävention und Behandlung?

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    Referent: Dr. Michael Meusers

    Grundlage von Bindung und Beziehung ist das Phänomen der Erinnerung. Sie ist bestimmend im Umgang mit unseren Bezugspersonen. Das Gedächtnis hat komplexe Grundlagen, ihre Biologie wird dargestellt und auf ihre große Bedeutung für unser therapeutisches Handeln eingegangen.

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    Thomas Duda

    Digitale Medien wie Smartphones und Tablets haben die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert und werden dieses auch weiterhin tun. Die Pandemie hat die Entwicklung durch digitale Unterrichtformen unterschiedlichster Art und Weise noch beschleunigt. Dabei schwankt die öffentliche Meinung zwischen Verteufelung und Idealisierung, selbst in Fachkreisen wird das Thema polarisierend diskutiert. Im Seminar sollen, nachfolgend zu einem Impulsvortrag, eigene Erfahrungen mit Kontext mit der Mediennutzung unserer Patienten und Familien ausgetauscht und Haltungen erarbeitet werden.

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    Dr. Katja Wucherer, Dr. Katja Rieck

    Die neu gegründete Arbeitsgruppe AG „Sportpsychiatrie im Kindes- und Jugendalter“ setzt sich mit der Bedeutung des Sports im Rahmen von Therapien und für die psychische Gesundheit von Minderjährigen sowie mit der Bedeutung von sporttherapeutischen Angeboten in Kliniken, aber auch mit möglichen Auswirkungen und Problemen von jungen Menschen, die im Leistungssport aktiv sind, auseinander.

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    Thomas Krömer

    Mit dem Inkrafttreten der ICD-11 ist die Computerspielstörung als Medienbezogene Störung (MBS) erstmals offiziell klinisch bedeutsam geworden. Sie beschreibt die pathologische Nutzung von digitalen Spielen am Computer, an der Konsole, am Tablet und am Smartphone. Diagnostik und Therapien der MBS stehen in Deutschland bislang nicht flächendeckend zur Verfügung. Im Projekt Res@t untersuchen wir in den nächsten Jahren bundesweit im Rahmen einer Stuide Diagnostik und Therapie der MBS. Dabei haben wir als niedergelassene Kinder- und JugendpsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen die Möglichkeit, aus der täglichen Praxis aktiv mitzuwirken und Rahmenbedingungen für die Behandlung der MBS mit zu gestalten. Im Seminar wird das Res@t-Programm mit der Konzeptionalisierung, den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sowie der wichtige Einbezug von uns niedergelassenen KollegInnen beschrieben und mit den KollegInnen weiter erörtert.

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    Dr. med. Dieter Appel, Dorothee Mecklenburg

    Was brauchen Kinder mit komplexen Bindungstraumata? Frühe stabile Bindungsangebote sichern lebenslang Selbstregulierung und Selbstwirksamkeit. Was hilft bei deren Nachentwicklung? Wie gelingt Psychoedukation bei Bezugspersonen mit geringer Bindungserfahrung? Pandemiebedingt nehmen Angst und Depressionen zu. Ist Flucht in virtuelle Welten Ausdruck von Sinnkrisen? Beispiele wollen eine geeignete therapeutische Haltung vermitteln, die wirken dann über Richtlinien hinaus. Der Referent leitet eine KJPP-Schwerpunktpraxis für frühe Traumatisierungen und ist auch Theologe.

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    Dr. med. Khalid Murafi

    Digitale Medien wie Smartphones und Tablets haben die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert und werden dieses auch weiterhin tun. Die Pandemie hat die Entwicklung durch digitale Unterrichtformen unterschiedlichster Art und Weise noch beschleunigt. Dabei schwankt die öffentliche Meinung zwischen Verteufelung und Idealisierung, selbst in Fachkreisen wird das Thema polarisierend diskutiert. Im Seminar sollen, nachfolgend zu einem Impulsvortrag, eigene Erfahrungen mit Kontext mit der Mediennutzung unserer Patienten und Familien ausgetauscht und Haltungen erarbeitet werden.

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    Heide Schröter

    In dem Seminar werden anhand von Fallbeispielen Krankheitsbilder und EEG-Befunde vorgestellt. Es wird auf typische Symptome und Hinweiszeichen eingegangen, bei denen eine gezielte EEG-Diagnostik indiziert ist.

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    Prof. Dr. med. Rainer Thomasius

    Die Kinder- und JugendpsychiaterInnen und psychotherapeutInnen und die Kinder- und JugendärztInnen in Deutschland haben in einem gemeinsamen Statement der Fachgesellschaften und Verbände vor den möglichen Risiken einer Cannabislegalisierung gewarnt und appelliert, etwaige Legalisierungsbestrebungen nicht auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen auszutragen. Im Seminar werden die gesundheitlichen Gefahren, negativen Folgen und Langzeiteffekte des Cannabiskonsums auf die altersgerechte physische und psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf der Grundlage des derzeitigen Forschungsstandes dargestellt. Weiterhin werden die Folgen einer Legalisierung für die medizinische Versorgung von Cannabiskonsumierenden anhand der Entwicklungen in den Legalisierungsstaaten der USA und in Kanada aufgezeigt. Es wird begründet, in welchen Bereichen sich die Programmatik der deutschen Cannabispolitik mit Blick auf Konsumquoten und Hilfestellungen für Suchtkranke in der Vergangenheit bewährt hat und jetzt droht, durch ungünstige Folgen einer Legalisierung beeinträchtigt zu werden - wie dies aus den USA und Kanada in der wissenschaftlichen Literatur berichtet wird.

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    Dr. med. Khalid Murafi

    In dem Vortrag geht es darum, in welcher Vielfalt sich komplexe und schwerwiegende narzisstische Störungen nicht nur vor dem Hintergrund früher struktureller Störung im Kindes- und Jugendalter symptomatisch darstellen können und wie deren Erfassung für den therapeutischen Prozess dringend notwendig erscheint und ein zu appellatives Vorgehen mit der oberflächlich betrachteten Symptomebene der Klienten eine Hospitalisierungs- und Psychiatrisierungstendenz der Betroffenen fördert und insofern zu vermeiden ist.

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    Dr. med. Gabriele Frei

    Anhand von Fallbeispielen sollen in dem Seminar Beratungsmöglichkeiten bei Enuresis und Enkopresis besprochen werden. Biographische Elemente, Elternberatung, verhaltenstherapeutische Bausteine und ggf. Medikation sollen weitere Themen sein. Im Seminar ist Zeit für Fragen und fachlichen Austausch. Das Seminar eignet sich auch für SPV-Mitarbeiter*Innen.&

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    Sarah Dilger-Klett

    Psychoedukation ist ein fester Bestandteil der Kinder- und Jugendrehabilitation. Ziel ist es, bei den betroffenen Kindern, Jugendlichen sowie deren Bezugspersonen ein Grundverständnis der Erkrankung zu schaffen, Krankheitseinsicht zu erwirken, Behandlungsmöglichkeiten, Techniken und Verhaltensweisen aufzuzeigen, eine intrinsische Motivation zur Umsetzung des Erlernten im Alltag zu bewirken und die Familien so bei der Krankheitsbewältigung und im Umgang mit der Symptomatik zu unterstützen. Abgestimmt auf die häufigsten Störungsbilder in unserer Klinik werden psychoedukative Schulungen mit den Schwerpunkten ADHS, emotionale Störung, Angst und soziale Kompetenzen angeboten, die sich sowohl an Begleitpersonen als auch die Kinder und Jugendlichen selbst richten. In diesem Workshop erarbeiten wir Möglichkeiten und Grenzen der Psychoedukation in der psychiatrischen Kinderund Jugendrehabilitation und tauschen uns über unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus.

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    Dr. Sonja Aslan

    Auch 10 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Kooperation im Kinderschutz sind die AnwenderInnen, die sogenannten BerufsgeheimnisträgerInnen, nach wie Vor – wie Literatur und Praxis zeigen – häufig unsicher, wie man mit einer Kindeswohlgefährdung oder einem Verdacht darauf umgehen soll. Sie fragen sich, welche Schritte man gehen darf oder muss. In welchen Fällen ist z.B. eine Weitergabe von Gefährdungsaspekten an das Jugendamt erlaubt? Das Seminar soll praxisnah dazu beitragen, Sicherheit im Vorgehen bei Kindeswohlgefährdungen zu erlangen.

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    Dr. med. Khalid Murafi

    In dem Seminar soll eine symbolische Darstellung der beiden Mythen mit Bezug zu klinisch relevanten Entwicklungsverläufen der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen dargestellt werden. Im Besonderen dient die Darstellung auch als Material, um mit den Patienten selbst und den Eltern in einer symbolisierenden Art und Weise die schwerwiegend konfliktbesetzten Themen thematisieren zu können und damit letztendlich bei aller Ernsthaftigkeit Auflockerung zu gestalten und Annehmbarkeit der oft tabuisierten Themen möglich zu machen. Gerne können im Vorfeld Fallbeispiele eingebracht werden und während des Seminars thematisiert und exemplarisch aufgegriffen werden.

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    Sinisa Stanojevic, Dr. med. Thomas Manthey

    Digitale Medien wie Smartphones und Tablets haben die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert und werden dieses auch weiterhin tun. Die Pandemie hat die Entwicklung durch digitale Unterrichtformen unterschiedlichster Art und Weise noch beschleunigt. Dabei schwankt die öffentliche Meinung zwischen Verteufelung und Idealisierung, selbst in Fachkreisen wird das Thema polarisierend diskutiert. Im Seminar sollen, nachfolgend zu einem Impulsvortrag, eigene Erfahrungen mit Kontext mit der Mediennutzung unserer Patienten und Familien ausgetauscht und Haltungen erarbeitet werden.“

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    Dr. med. Eva Renate Marx-Mollière

    Es gibt viele Apps in der Medizin, nicht nur zur Beratung. Sondern propagiert als Therapie. Funktioniert das? Stärkt es uns, macht es uns krank? Menschen beklagen psychische Probleme und Erkrankungen, auch mithervorgerufen durch digitale „Kommunikation“, Vereinsamung, Kurzbotschaften, Mediengebrauch. Persönliche Interaktionen werden reduziert mithilfe der KI. Gehirnentwicklung, Entwicklung von Bindungen und Beziehung, Empathie und joint attention werden beeinträchtigt, das feindifferenzierte, zwischenmenschliche Repertoire. Zerstören wir dadurch menschliche Unterstützungssysteme und unsere Lebens- und Arbeitsgrundlagen? Bei Nutzungen von Apps und online- Therapien befinden sich potentiell abrufbare Daten im Netz. Der Anspruch „vertraulich -anonym“ und die ärztlich- therapeutische Schweigepflicht sind so nicht mehr realisierbar. Informationen und Erfahrungsaustausch über Möglichkeiten und Grenzen unter Einbeziehung neurophysiologischer und therapeutischer Grundbedingungen.

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    Prof. Dr. med. Alexander Trost

    Selbstbestimmung und Teilhabe des Patienten(-systems) werden durch eine balancierte Berücksichtigung vergangener Erfahrungen (Bindungssystem), aktueller Bedingungen (Rahmung und Halt) und zukünftiger Möglichkeiten (die Lösungsdimension) im Behandlungsprozess erreicht. Kreatives Mentalisieren und der Aufbau epistemischen Vertrauens sind wirksame Werkzeuge dafür. Durch mentalisierungsbasiertes Vorgehen kann dazu die Bindungssicherheit verbessert werden. Nach einer theoretischen Einführung wollen wir mithilfe eines erprobten Modells konkrete analoge oder auch digitale Praxissituationen reflektieren.

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    Dr. med. Khalid Murafi

    In diesem Teil soll erneut der Versuch unternommen werden die griechische Mythologie als Fundus für den psychotherapeutischen Prozess für unsere Klienten nutzbar zu machen und innere Tabu-Themen und belastende Konflikte sprechbar werden zu lassen, dies durch Defokussierung und positive Auseinandersetzung mit dem mythologischen Material.

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    Dr. med. Arne Schmidt

    Es wird der aktuelle Stand der Autismusdiagnostik unter Berücksichtigung der gängigen Diagnostikinstrumente und der aktuellen S3-Leitlinie dargestellt. Therapeutische Ansätze und mögliche Medikationen werden ebenfalls besprochen.

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    Dr. med. Klaus-Ulrich Oehler

    Wie in den Jahren zuvor werden Innovationen auf dem Gebiet der Psychopharmakologie vorgestellt. Auch sollen neue Aspekte der schon bewährten Präparate dargestellt und diskutiert werden. Dabei soll die Deutsche und auch internationale Datenlage kritisch analysiert werden. Das Seminar lebt von der Teilnahme auch den Fragen der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen. Diese sollen dazu ausdrücklich ermuntert werden. Auch können gerne pharmakologische Probleme in speziellen Konstellationen auch im Rahmen von Falldarstellungen erörtert werden.

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    Prof. Georg Romer

    Immer mehr Jugendliche präsentieren sich in Praxen und Kliniken unseres Fachgebietes in vielfältiger Weise als "transgender", was eine zunehmende Herausforderung für die Kinder- und Jugendpsychiatrie bedeutet. Dieser Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über den aktuellen Wissensstand zur Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter. Ausgehend von dem in der ICD-11 vollzogenen Paradigmenwechsel, wonach die Geschlechtsinkongruenz keine psychische Störung ist, werden die wichtigsten sich daraus ergebenden Neuerungen für den professionellen Umgang mit Geschlechtsdiversität bei Kindern und Jugendlichen diskutiert. Im Vordergrund steht dabei die Unterstützung geschlechtsdiverser Personen, ein Leben im empfundenen Geschlecht zu führen. Bei einer Geschlechtsinkongruenz im Kindesalter besteht meist kein weiterer Behandlungsbedarf. Im Jugendalter kann die fortschreitende körperliche Reifung zu einem geschlechtsdysphorischen Leidensdruck führen, der neben unterstützender Psychotherapie gestufte somatomedizinische Interventionen zum Aufhalten der pubertären Reifung und zur Geschlechtsangleichung notwendig macht. Die Voraussetzungen für individuelle Indikationen werden gemeinsam mit den hierbei zu berücksichtigenden ethischen Maßgaben ausgeführt. “

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    Dr. Klaus Schepker

    Es werden Ergebnisse aktueller Forschungen über problematische Behandlungsansätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (wie die reine Verwahrung) auf Mikroebene, sowie auf der Meso-( Trägerkonzepte) und Makroebene (Gesundheits- und Fürsorgepolitik der Länder) vorgestellt und diskutiert.

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    Dr. med. Klaus-Ulrich Oehler

    Erfahrungen aus einer 30-jährigen Epilepsie- Ambulanz sollen dargestellt werden. Epilepsie ist keine rein neurologische Erkrankung. Kinder und Jugendliche, die Epilepsie haben, haben eine Reihe von sozialen Beeinträchtigungen zu bewältigen. In dem Zusammenhang gibt es Anpassungsstörungen und auch Komorbidität. Integrative Therapiekonzepte sollen dargestellt werden. Auch soll bezüglich Pharmakologie ein Augenmerk auf die Nebenwirkungen gelegt werden. Nachdem wir in den 90er Jahren nur eine Handvoll Antikonvulsiva hatten, stehen momentan über 20 Antikonvulsiva zur Auswahl. Bezüglich der Effektstärke zur Anfallsunterdrückung sind diese oft vergleichbar. Jedoch sind die Nebenwirkungen sehr unterschiedlich. Insbesondere gibt es Antikonvulsiva, wie z.B. Levetiracetam, welches eine Reihe von psychiatrischen Problemen auslösen kann. Auch hier sollte der Kinder- und Jugendpsychiater wissen, auf welche Nebenwirkungen er sich einzustellen hat und welche pharmakologischen Alternativen es gibt.

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    Prof. Dr. Ute Hehr

    Für insgesamt bis zu 40% der Patienten mit klinischer Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung wird ein kausaler Beitrag genetischer Faktoren zur Pathogenese angenommen. Noch deutlich höher liegt dieser Anteil für Kinder mit komplexeren Entwicklungsstörungen, z.B. bei gleichzeitiger Epilepsie bei 7-46%, in Kombination mit einer Intelligenzminderung bei 38-87% oder mit ADHD bei 30-80%. Für mehr als 1200 humane Gene wurde eine Assoziation mit Autismus postuliert, für mehr als 400 Gene eine enge Kausalität aufgezeigt. An konkreten Fallbeispielen soll hier aufgezeigt werden, wie diese klinisch-genetischen Erkenntnisse heute in die direkte humangenetische Patient:innenenversorgung und Labordiagnostik übersetzt werden und welchen Benefit die betroffenen Familien hierdurch erwarten können. Für die Familien ist dabei einerseits die Wiederholungswahrscheinlichkeit für weitere Kinder oft eine zentrale Frage. Diese kann erst mit gestellter genetischer Diagnose präzise beantwortet werden und ermöglicht dann u.a. auch das Angebot einer gezielten vorgeburtlichen genetischen Risikoabklärung oder sogar Präimplantationsdiagnostik. Für einen kleinen, aber zunehmenden Teil der Patienten mit genetischer Diagnose ergeben sich zudem auch heute schon konkrete Gen-spezifische Auswirkungen für die weitere medizinische Versorgung.

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    Dr. Sabine Schlitt

    Die Abklärung einer Autismus-Spektrum-Störung erfordert ein sorgfältiges und spezifisches Vorgehen. Im Vortrag wird auf Basis des aktuellen Standes der Wissenschaft der diagnostische Prozess vorgestellt. Dabei werden geeignete testpsychologische Screeningverfahren zur Ermittlung eines begründeten Verdachts erörtert, umfassende Testverfahren zur fundierten Prüfung eines Verdachts vorgestellt sowie die Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der Diagnosestellung geschildert.

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    Tolga Altan

    Die Prävalenz von Adipositas bei Jugendlichen in Deutschland und der Bedarf an Therapieangeboten steigt stetig. Nachsorgeleistungen im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation tragen maßgeblich zu nachhaltigen Therapieerfolgen bei, allerdings sind solche Angebote nicht flächendeckend vorhanden. Diese Problematik greift das Projekt „DiNa4u“ (Digitale Nachsorge for you), das im Rahmen des Bundesprogramms rehapro aktuell durchgeführt wird auf. Mithilfe einer Smartphone-App sollen Jugendliche nach ihrer Reha-Maßnahme Unterstützung erhalten. Auf spielerische Weise werden sie motiviert ein gesundheitsförderliches Ernährungs- und Bewegungsverhalten umzusetzen. Zur Sicherung eines nachhaltigen Therapieerfolgs werden die Rehabilitand:innen mit Hilfe innovativer und kreativer Inhalte, zwölf Monate digital begleitet und dazu motiviert, die bereits erlernten Strategien sowie gesetzten Ziele im Alltag weiterhin umzusetzen. Zudem werden die Eltern einbezogen, um ihre Kinder zu unterstützen, aber auch um selbst noch etwas dazuzulernen.

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    Dr. med. Annette Hasselmann

    Vorstellung bewährter und geplanter transdiziplinärer Projekte, um Familien mit psychischen Belastungen bzw. Erkrankungen zu begleiten. Im Vordergrund stehen neben der Beratung die Förderung der intuitiven elterlichen Kompetenzen und die Stärkung der Eltern-Kind-Interaktion. Ziel ist es die seelische Gesundheit der Kinder aufrecht zu erhalten und ein gesundes Aufwachsen trotz Risiken und Belastungsfaktoren zu ermöglichen.

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    Thomas Pirsig, Beate Pinkert, Prof. Dr. Dr. Martin Hörning, Anke Meinhardt

    Das Modellprojekt Resilienzförderung von Vorschulkindern in Kitas (Familie Löwenmut) wird seit Mai 2020 in 12 Kitas in Duisburg, Köln, Paderborn und Solingen durchgeführt. Hauptziel des Programms ist es, Kindern Fähigkeiten an die Hand zu geben, die ihnen helfen, ihre Resilienz zu stärken und so auch Krisenzeiten möglichst unbeeinträchtigt überstehen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt des Modellprojektes ist die Stärkung der Familienresilienz, sowie die Unterstützung von belasteten Familien durch sogenannte Netzwerker*innen von regionalen gemeindepsychiatrischen Organisationen. Die wissenschaftliche Begleitforschung der Katho NRW, Abteilung Paderborn hat den Auftrag die Wirksamkeit der projektbezogenen Maßnahmen zu messen. Es wurde jeweils eine quantitative Befragung (Fragebogen) jeweils vor und nach dem jeweiligen Programm a) mit den Eltern und Erziehern und b) den Kindern: Insbesondere die Gruppe der Erzieher*innen stellte bei den teilnehmenden Kindern positive Veränderungen im Bereich der sozial- emotionalen Kompetenzen fest. Ebenso, dass das Programm einen positiven Einfluss auf das Familienleben, gerade in diesen Krisenzeiten, hat. Die Netzwerkarbeit für belastete Familien hat, wie sich in der Startphase des Wissenschaftsteams mit den Kita-Mitarbeiter*innen im Rahmen der qualitativen Befragungen gezeigt hat, eine besondere und wichtige Rolle im Projekt.

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    Dr. phil. Simon Meier

    Durch frühe Bindungserfahrungen entwickeln sich Selbstregulationskompetenzen aus der zur Verfügung gestellten Fremdregulation im Fürsorgeverhalten der zentralen Bindungspersonen. Diese bilden eine zentrale Säule der sozio-emotionalen Entwicklung und prägen identitätsstiftende Prozesse der Persönlichkeit. Entwicklungspsychopathologisch ergeben sich aus einer persönlichkeitsimmanenten Beeinträchtigung der Selbststeuerungsfähigkeit häufig stabile Fehlanpassungsmuster mit Auswirkungen auf psychotherapeutische Prozesse. Eine zu hohe sozio-emotionale Reizdichte gefährdet bei beziehungsgestörten Patienten schnell den Therapieerfolg. Digitale Prozesse können daher auf dem Gebiet der Nähe-Distanzregulierung helfen die Intensität von Beziehungsreizen zwischen Patient und Therapeut zu moderieren. Beziehungen lassen sich durch Strukturen, Abläufe und digitale Prozesse wirksam entlasten, jedoch niemals ersetzen. Gerade Patienten mit hoher Beziehungssuche sehnen sich nach ständiger Verfügbarkeit von Nähe und Zuwendung, können diese jedoch gleichzeitig kaum ertragen durch den drohenden Verlust ihrer Selbstbestimmung. Dieses Spannungsfeld bietet eine Chance für den Einsatz digitaler Medien in der Psychotherapie.

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    Dr. med. Simone Pfeuffer

    Kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement ist Therapie erster Wahl bei Zwangsstörungen. Expositionen sollen hier größtmöglichen Realitätscharakter aufweisen (Lakatos & Reinecker, 2007). In S-3 Leitlinien wird empfohlen, therapeutisch begleitete Expositionen auch im häuslichen Umfeld der Patienten durchzuführen. An der Schön Klinik Roseneck werden videokonferenz-basierte Expositionen im heimischen Umfeld erprobt, bei denen die Patienten via Smartphone-App mit dem Therapeuten der Klinik verbunden sind. Erstmals werden videobasierte Heimexpositionen sowohl mit therapeutenbegleiteten Expositionen in der Klinik als auch mit bisher üblichen selbstständigen Heimexpositionen (Kontrollgruppe) verglichen. Bislang haben N=100 Patienten mit Hauptdiagnose Zwangsstörung an der laufenden Studie teilgenommen. Insgesamt liefert die vorliegende Untersuchung Hinweise, dass videokonferenzbasierte Expositionen eine innovative erfolgsversprechende Methode zur wohnortfernen Behandlung von Zwangsstörungen sind und nützliche Ergänzung zur evidenz-basierten Face-to-Face-Therapie darstellen können.

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    Prof. Dr. Christoph Möller

    In der Corona Pandemie wird der Einsatz digitaler Medien auch in Schule und Kindergarten als alternativlos dargestellt. Die Entwicklungsbedingungen der Kinder verändern sich rasant. Die Entwicklungsschritte bleiben aber 57 gleich. V.a. kleine Kinder brauchen vielfältige umfassende Sinneserfahrungen und Halt und Schutz gebende Beziehungen. Früher digitaler Bildschirmmedienkonsum wirkt sich negativ auf die Entwicklung aus. Problematischer Medienkonsum hat in der Pandemie zugenommen. Lernen ist immer auch Beziehungsgeschehen und kann nicht digital ersetzt werden.

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    Dr. med. Silke Naab

    Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen vor allem Anorexia nervosa gehören zu den gefährlichsten psychischen Erkrankungen. Eine möglichst frühzeitige medizinische und psychotherapeutische Intervention ist notwendig, um körperliche und psychosoziale Spätfolgen abzuwenden. Eine gute Vernetzung der Therapiebereiche ist anzustreben. Im Vortrag werden neue Studienergebnisse und der Stand der Literatur zur leitlinienorientierten Behandlung von jugendlichen Patienten mit Essstörungen beschrieben. Vorgestellt werden eigene Daten: Untersuchungen der Wiederernährung von jugendlichen Patientinnen mit extrem ausgeprägtem Untergewicht, Beeinflussung des Behandlungserfolgs von jugendlichen PatientInnen mit Anorexia nervosa, Effektivität der zusätzlichen Gabe von Antipsychotika, Einfluss der COVID-19 Pandemie. Spezifische Therapieelemente z.B. Gruppentherapie zur Behandlung zwanghaften Bewegungsverhaltens sowie der Binge-Eating-Störung, Einsatz digitaler Medien, Möglichkeiten der Einbindung von Angehörigen werden aufgezeigt.

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    Prof. Dr. Renate Schepker, Dr. Gundolf Berg

    Im September 2021 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein neues Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung für schwer psychisch erkrankte Erwachsene mit einem komplexen ärztlichen wie therapeutischen Behandlungsbedarf beschlossen (KSVPsych-RL). Nun wird an einer entsprechenden Richtlinie für Kinder und Jugendliche gearbeitet. Wir sind als BKJPP an den Verhandlungen aktiv beteiligt. Was kommt hier auf uns zu, welche Patient:innen können davon zusätzlich zu den vorhandenen Strukturen profitieren, wie kann das neue Angebot im Praxisalltag umgesetzt werden? Es ist heute noch unklar, wie der Verhandlungsstand im November sein wird, je nachdem kann evtl. auch bereits inhaltlich diskutiert werden./span>

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    Dr. Andreas Richterich

    Seit 2009 wird in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Bochum ein spezifisches Programm für Kinder und Jugendliche mit Medienproblemen angeboten, einschließlich einer Gruppentherapie. Schon in der Ambulanz, noch mehr in der Einzel- und Gruppentherapie ist die Art der Kontaktgestaltung eine Herausforderung. Manche Jugendliche sehen kein Problem, wo Eltern oder auch Ärzte und Therapeuten sehr wohl Schwierigkeiten aufgrund der Mediennutzung beschreiben. Trotzdem ist es möglich, mit den Jugendlichen in einen Dialog zur Thematik einzusteigen und die gemeinsame Arbeit konstruktiv zu gestalten; der therapeutischen Haltung kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Aus den gewonnenen Erfahrungen lassen sich klare Leitlinien für die gemeinsame Auftrags-Konstruktion und für die konkrete therapeutische Arbeit ableiten. Im Vortrag sollen einzelne Prinzipien benannt, erklärt und anhand von Beispielen verdeutlicht werden.

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    Dr. med. Klaus-Ulrich Oehler

    Die Barkley Daten haben vor einigen Jahren gezeigt, dass die Lebenserwartung von ADHS- Patienten um 12 bis 20 Jahre verkürzt ist. Dies ist gegenüber anderen Volkserkrankungen wie z.B. Hypertonie und Diabetes etc. ein Vielfaches. Entscheidend für die Prognose des ADHS ist nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch die Komorbiditäten. Bei der Behandlung der Komorbiditäten bei vor bestehendem ADHS gibt es zahlreiche Besonderheiten auf die man achten sollte. Dieses wird insbesondere am Beispiel von Depressionen dargestellt und ausgeführt. Insofern ist die Veranstaltung keine rein pharmakologische, sondern eine integrative Veranstaltung.

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    Neelke Janssen, Dr. med. Gundolf Berg

    Im Rahmen ihres Programms „Meister von Morgen“ zur Förderung der seelischen Gesundheit von Auszubildenden hat die Stiftung „Achtung!Kinderseele“ ein einzigartiges digitales Lernprogramm entwickelt. Multimedial und modular aufgebaut, soll es Auszubildende animieren, sich mit dem Thema psychische Gesundheit und mit Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Herausforderungen zu beschäftigen. Es ist abwechslungsreich und zielgruppengerecht mit attraktiven Illustrationen, Animationen und Hörtexten gestaltet und kann, da es web-basiert ist, jederzeit auf Smartphone, Tablet oder Laptop abgerufen werden. In den ersten drei Modulen werden die Themen Arbeitsbelastung/Überforderung, Mobbing und Arbeitsplatzunsicherheit verhandelt. Die Auszubildenden lernen anhand von Fallbeispielen belastende Situationen zu reflektieren, Lösungsstrategien zu entwickeln und zielorientiert mit Kollegen und Chefs zu kommunizieren. Programmleiterin Neelke Janssen stellt das kostenlose E-Learning- Programm vor.

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    Sarah Holzheimer, Jens Neinhardt

    Die Angst als große, alles verschlingende Leere. So beschreibt Frau S. ihre Erkrankung. Die Patientin leitet uns beispielhaft durch differentialdiagnostische sowie auch spezifische Aspekte von Angststörungen anhand von kreativtherapeutischen Arbeiten. Sowohl bildnerische als auch lyrische Werke werden verwendet, um Einblicke in die innere Bilderwelt der Patientin zu geben. Weiterhin wird anhand einer Bilderreihe der Umgang der Patientin mit ihrer Erkrankung verdeutlicht. Der Fokus wird darüber hinaus auf der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen schematherapeutischer Einzeltherapie, Kunsttherapie und pflegerischer Unterstützung gelegt.

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    Dr. med. Nora Volmer-Berthele

    Das neue Bundesteilhabegesetz stellt die Teilhabe in den Mittelpunkt der Planung von Förder- und Unterstützungsmaßnahmen. In der Rehabilitation wird die Fokussierung auf die Teilhabe praktiziert. In den nächsten Jahren stehen hier bedeutsame Veränderungen an die Qualitätsstandards, die Zugänge zu rehabilitativen Angeboten und die Angebotsstruktur (ambulant, stationär, Nachsorge) sowie inhaltliche Ausarbeitungen betreffen. Die Darstellung des aktuellen Stands des rehabilitativen Angebotes für PatientInnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie weist Möglichkeiten und Grenzen dieses Angebotes auf und aus. Ergänzend soll ein Ausblick auf anstehende inhaltliche und strukturelle Neuerungen gegeben werden.

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    Dr. med. Silke Naab

    Depressionen bei Kindern und Jugendlichen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychischen Störungen mit hoher Rate komorbider psychischer Störungen, Schwierigkeiten in sozialen Interaktionen, Schulproblemen und Schulabbrüchen, Konsum von Drogen oder Alkohol und sozialer Fehlentwicklungen, dem Risiko suizidaler Handlungen, sowie höherer Vulnerabilität für somatische Krankheiten. Depressionen zählen zu den häufigsten Todesursachen im jungen Erwachsenenalter. Im Vortrag werden neue Studienergebnisse und der Stand der Literatur zur Diagnostik, Differentialdiagnostik und leitlinienorientierten Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Depression beschrieben. Vorgestellt werden eigene Behandlungsergebnisse einer großen Zahl von Jugendlichen, der Einfluss von Traumatisierungen, komorbide Erkrankungen, ebenso evidenzbasierte Therapie mit Nutzung spezifischer Therapieelemente, sozialer Medien und Einbindung der Angehörige.

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    Sara Kaubisch

    Trotz wirksamer Therapieangebote begeben sich zu wenige an Depression erkrankte Kinder und Jugendliche in Behandlung. Angesichts der schwerwiegenden Folgen depressiver Störungen wollen wir mit der Bereitstellung der Informationsplattform www.ich-bin-alles.de diesem dringenden Handlungsbedarf zeitgemäß gerecht werden. Die Plattform wurde u.a. auf Basis der S3-Leitlinie zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven Störung entwickelt und richtet sich an gesunde und an Depression erkrankte Kinder und Jugendliche sowie an deren Eltern. Diese Zielgruppen wurden bei der Entwicklung der Webseite kontinuierlich miteinbezogen. Ausgewählte Teile der Webseite wurden in mehreren Studien bei den unterschiedlichen Gruppen wissenschaftlich evaluiert. Dabei wurden u.a. Wissenszuwachs, Akzeptanz der Plattform sowie die Wirksamkeit von dargebotenen Selbsthilfestrategien untersucht. Die Ergebnisse werden aktuell ausgewertet und auf der Tagung präsentiert.

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    Dr. med. Alexandra Herold

    Im Psychodrama werden inneres Erleben und interpersonelle Konflikte als Szene „auf der Bühne“ sichtbar. Der Protagonist erlebt das Spiel sowohl für sich selbst als auch stellvertretend in den verschiedenen Rollen. Über die therapeutische Führung lassen sich die Zusammenhänge, innere Wirklichkeit und Emotionen vertieft verstehen und lösungsorientierte Veränderungen ausprobieren. Besonders ist dabei der handelnde Zugang zum Erleben (griech. drama=Handlung, psyche=Seele) – Themen werden nicht verbal, sondern vor allem durch szenische Darstellung erschlossen. Bedürfnisse und Gefühle können im Rollenerleben unmittelbar wahrgenommen und Blockaden in geschützter Weise in Kontakt genommen und überwunden werden. Ein für alle Teilnehmer erlebens-orientierter Workshop als Einstiegs-Erfahrung in die Methode.

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    Dr. med. Gotthard Roosen-Runge

    „Musik“ ist ein (analoges) menschliches Ur-Erlebnis. Hören, Spüren und resonantes Mitmachen beginnt schon intrauterin vor der Ausbildung kortikaler Verarbeitungsmöglichkeiten. Das Körperschema, große Teile des Bondings und der alltäglichen, verbalen Kommunikation werden taktil und akustisch ausgelöst und geprägt. Lebenslang bleibt musikalisches Erleben ein präverbaler Vorgang, der sich „vernünftiger“ Kontrolle weitgehend entzieht, diese aber oft genug unterstützt oder unterläuft. Therapeutisch kann Musik einen wertvollen Übergangsraum anbieten. Im Seminar werden u.a. Klangschalen, Gongs und andere Instrumente vorgestellt. Klangschalen und Gongs stabilisieren das Körperschema. Kinderlieder können Urvertrauen und Welt-Bilder gestalten. Popsongs formulieren das Erleben von Generationen. Musikstücke entwerfen emotionale Landschaften und eröffnen den Zugang zu Gefühlen und biografischen Reminiszenzen. Sie sollten nicht nur zuhören, sondern auch selber mitmachen und experimentieren wollen!

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    Dr. med. Khalid Murafi

    Auf der Basis einer ,,ersten Selbsterfahrung“ soll das tiefergehende Verständnis für Selbstverletzendes Verhalten erweitert und bereichert werden. Über das Verstehen hinaus soll auch in Praktischer Anwendung über spezifische Anamneseinterviews und Interviewmöglichkeiten für die konkreten Selbstverletzenden Verhaltensweisen, dass Spektrum von Handlungsoptionen, die gemeinsam mit den Autor schriftlich zugesandt werden und entsprechend für den Workshop aufbereitet werden. Auch soll im Rahmen des Workshops genügend Raum für konkrete Fallvorstellungen der Teilnehmer bestehen, sofern gewünscht können auch Fallvignetten im Vorfeld dem Autor schriftlich zugesandt werden und entsprechend für den Workshop aufbereitet werden.

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    Dipl.-Psych. Markus Fumi

    Ein defizitäres Selbstbild, und infolge die Orientierung an äußeren Normen und Idealen ist seit jeher kennzeichnend für alle Essstörungen. Die modernen sozialen Medien bilden eine neue Größenordnung an Orientierung- und Vergleichsmöglichkeiten. Der Intensität des Einflusses der Sozialen Medien können sich insbesondere junge Menschen kaum noch entziehen. Hinzu kommt die Darstellung fragwürdiger Ideale. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Internet, und damit auch die Inhalte Sozialer Medien, vor allem für Kinder und Jugendliche eine zweite, nahezu gleichwertige Realität darstellen, die Folgen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen hat. Der Workshop zeigt die Bedeutung Sozialer Medien für Patientinnen mit Essstörungen und psychotherapeutische Ansätze im Umgang mit den Medien. Diskussion, eigene Erfahrungen und Fallbeispiele sind erwünscht.

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    Dr. Susanne Schmidt, Claudia Gliemann

    Nach einer Lesung aus dem Bilderbuch „Rotkäppchen, wie geht es dir?“ der Kinderbuchautorin Claudia Gliemann und der Präsentation einiger ihrer anderen Bilder- und Kinderbücher zu psychologischen Themen geht die Kinder- und Jugendlichensychiaterin Dr. Susanne Schmidt auf die Bedeutung von Bilderbüchern in der Psychotherapie von Emotionsregulationsstörungen und Traumafolgestörungen ein. Darüber hinaus berichten Frau Dr. Susanne Schmidt und Claudia Gliemann von ihrem gemeinsamen, einwöchigen Bilderbuchprojekt im Helios HANSE-Klinikum, Stralsund.

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    Dr. Karolina Leopold, Dr. med. Stefanie Leopold

    Das Frühinterventions- und Therapie Zentrum -„FRITZ“ am Urban“ (http://fritz-am-urban.de/) bietet niedrigschwellige und multiprofessionelle Behandlung für Jugendliche und junge Erwachsene mit psychotischen Symptomen an. In Kooperation zwischen Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden neben dem leitlinienbasierten Behandlungskonzept für junge Erwachsene, zusätzlich spezifische Therapieangebote für adoleszente Patienten entwickelt. Nach einer Einführung in die Rationale und die Datenlage der Früherkennung und Frühintervention wird die Arbeit in folgenden Bereichen mit praktischen Beispielen, Implementationstipps und Diskussionsmöglichkeit vorgestellt: Öffentlichkeits- und Awareness-Arbeit, Diagnostik, Therapeutische Grundhaltung, Beziehungsgestaltung, und therapeutischer Umgang mit komorbiden Substanzkonsum, Intervention von Peermitarbeitern, Supported employment and education nach dem Individual Placement and Support Modell (IPS), Angehörigenarbeit, Pharmakotherapie und hilfreiche Strategien zur Implementation.

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    Dr. Manfred Vogt

    In dem Workshop wird die Funktion des Spiels für die kindliche Entwicklung und als beziehungsgestaltende Intervention in der Psychotherapie mit Kindern, Jugendlichen und Familien vorgestellt. Dazu zählen Interaktionsspiele sowie Karten-, Brett- und Memospiele, sowie das Arbeiten mit Figurenbildern etc. Die Teilnehmer spielen selbsterfahrungsbezogen und lernen die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten kennen. Inhalte: Wir spielen! / Spielimprovisationen und Interaktionsspiele / Malen und Zeichnen

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    Dr. Myriam Bea

    Eine offene und vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung ist ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreich verlaufende Therapie. Bei allen Entscheidungen ist eine möglichst genaue Kenntnis des Patienten von Vorteil. Nur durch regelmäßige Arzt-Patienten-Gespräche kann der Behandler ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand seines Gegenübers erhalten. Der Arzt hat die - manchmal schwierige - Aufgabe, eine Vertrauensbasis zwischen sich und seinem Patienten herzustellen – ganz gleich, ob es sich dabei um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt. Er muss dem Betroffenen das Gefühl vermitteln, ihn und sein Anliegen ernst zu nehmen. Dies kann unter Umständen viel Geduld erfordern, da der Patient bzw. die Familie z.B. aufgrund des Störungsbildes zu spät oder gar nicht zum vereinbarten Termin kommt, zum Ausschweifen neigt oder Probleme hat, ihr Anliegen verständlich zu machen. Daneben übernimmt der Mediziner oder Psychologe weitere Aufgaben wie Informations- und Aufklärungspflichten. Dabei kann es bei minderjährigen Patienten unter Umständen zu einem Balanceakt zwischen den ärztlichen Pflichten und den Rechten des Patienten bzw. dessen Eltern kommen. Die ärztliche Gesprächsführung bei Kindern scheint manchmal an ihre Grenzen zu kommen. Welche wesentlichen Grundsätze sind wichtig, damit auch Gespräche mit Kindern gelingen?

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    Prof. Dr. med. Jochen Gehrmann

    Gutachten zu erstellen, damit mag nicht jeder Kinder- und Jugendpsychiater wirklich vertraut sein. Dabei fehlt es nicht an Fällen in der Praxis. Hochstrittige Eltern, chronische Schulvermeidung, junge Heranwachsende mit einem erheblichen Assistenzbedarf: das sind alles praxisrelevante Themen in unserem Berufsalltag. Nicht selten ist dazu eine sachverständige Zusammenarbeit mit Familien- bzw. Vormundschaftsgerichten notwendig. Der seit 2017 angebotene Workshop legt 2022 den Schwerpunkt auf eine Einführung in die Begutachtung: die Rolle des Sachverständigen, Ablauf der Begutachtung, Verfahrensbeteiligte, Dokumentation, Abrechnung usw.. Gerade das Unterbringungs- und Betreuungsrecht bietet sich im Praxisalltag als Einstieg dazu an. Aktuelle rechtliche Entwicklungen bspw. zu Abs. 2 §1631b BGB werden beleuchtet.
    Der Referent stellt Fälle aus seiner gutachterlichen Praxis vor. Die TeilnehmerInnen können eigene Fälle einzubringen. Der Workshop hat sowohl einen Informations- als auch einen kollegialen Dialogcharakter. Ein Skript steht wieder zur Verfügung.

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    Dr. med. Franz Wienand, Hans-Dietrich Gersdorf

    Bindungs- und Beziehungsverhalten wird bestimmt von den teils unbewussten Bindungsrepräsentationen, die unter dem Einfluss von Erfahrungen, Ängsten und Bedürfnissen vor allem innerhalb der Familie entstanden sind. Dabei kann es zu Verzerrungen kommen oder dass die Repräsentationen sich nicht mit dem Kind weiterentwickeln. Projektive Verfahren und einfache imaginative Techniken können Bindungsrepräsentationen deutlich und damit veränderbar machen. So können Geschwisterrivalität, die Dämonisierung von Kindern oder auch blockierte Trauerreaktionen verstanden und bearbeitet werden.
    Besprochen und mit Beispielen illustriert werden Beziehungsaspekte in projektiven Verfahren und imaginative Methoden in der Arbeit mit Bezugspersonen. Der Workshop wendet sich an alle, die mit Kindern und Familien diagnostisch und therapeutisch arbeiten.

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    Dr. med. Gotthard Roosen-Runge

    Intelligenzgeminderte Kinder und Jugendlicher bilden diagnostisch und therapeutisch eine extrem heterogene PatientInnengruppe. Sie verbindet eine Leistungsdiagnostik, die sie auf einen sozialen Sonderweg innerhalb der Altersgruppe führt. Dieser Weg ist gepflastert mit medizinischen Diagnostiken, amtlichen Klassifizierungen, positiven und negativen Diskriminierungen, hoch ambivalenten Umfeldern, Hoffnungen und Enttäuschungen aber auch individuell angepassten Hilfen, welche die Persönlichkeiten prägen. Er ist Segen und Fluch zugleich. Was ist Behinderung? Defizit, Entwicklungsstillstand oder nur -verzögerung? Lässt sich „Behinderung“ strukturell therapieren, begleiten oder nur versorgen? Im Workshop wird ein differenziertes Stufenmodell der Entwicklung zur Psychotherapiefähigkeit vorgestellt. Jeder Entwicklungsstufe werden angemessene therapeutische Verfahren zugeordnet. Besonderer Wert wird auf viele Beispiele aus der Praxis gelegt. - Das vorgestellte Modell ist auch für die Therapie von nicht-intelligenzgeminderte PatientInnen nützlich!

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    Dr. Carsten Edert, Dr. Anke Lipps

    Der WS richtet sich an Kollegen*innen, die selber eine SPV- Praxis leiten und / oder als Fachärzte*innen in einer beschäftigt sind. Ziel des WS ist, verschiedene Konzepte und Lösungswege in der Praxiskonzeption, der Priorisierung eigener Ressourcen, Verteilung von Mitteln und Konzepte der Versorgung unserer Patienten*innen und deren Familien aufzuzeigen. Mit der Annahme, dass in vielen Praxen kluge Ideen entwickelt werden, glauben wir, dass wir durchaus davon profitieren könnten, verschiedene Modelle und Erfahrungen zu teilen und möglicherweise damit unser eigenes Praxissystem zu verbessern und uns das Leben zu erleichtern. Einen besonderen Schwerpunkt sehen wir in dem Bereich, ein gutes Gleichgewicht zwischen Versorgungsauftrag, Qualität der Arbeit und dem nicht Untergehen im „Zuviel“ zu entwickeln. Im Rahmen des WS treffen sich jeweils Kleingruppen aus 3 – 5 Teilnehmer:innen, die sich zu vorbereiteten Fragen austauschen und gegenseitig ihre entwickelten Strukturen vorstellen. Bisherige Themenfragestellungen:
    - Wer macht eigentlich welche Arbeit in Bezug auf die Praxisstruktur und in Bezug auf die Patientenversorgung?
    - Wie organisiere ich die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung, was mache ich selber, was delegiere ich, wofür wieviel Zeit?
    - Wie steuere ich die Praxis finanziell, was bekommen meine Mitarbeiter, was bekommen wir?
    - Aufteilung von Arbeiten und Geld unter den Sitzinhabern, was für Modelle gibt es?
    - Wie stellen wir uns Zukunftsprojekte der Versorgung in unseren Praxen vor?
    - Live-Work-Balance, wie sorge ich für mich, in welchen Gremien beteilige ich mich, wo sind Grenzen und wo sind Notwendigkeiten?
    Teilnehmer:innen solten am besten im Vorfeld sich schon ein paar Gedanken zu den Themen gemacht haben, damit wir in den Arbeitsgruppen schnell in eine inhaltliche Arbeit kommen. Zusätzliche Themen sind willkommen, sollten uns aber am Anfang mitgeteilt werden.

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    Dr. med. Barbara Wüst

    1. FASD – Das fetale Alkoholsyndrom-eine zu selten diagnostizierte Erkrankung in der kinder- und jugendpsychiatrischen Sprechstunde. Einführung in den 4-Digit Code, der die Grundlage für die Leitlinien bildet. 4 Digit- Wachstum und Gedeihen, Mittelgesichtsdysplasie, hirnorganische Verhaltensstörung mit Dysexekutiver Störung, Schwangerschaftsanamnese.
    2. Frühe Verwahrlosung bei suchterkrankten Eltern, vorgeburtliche Alkoholexposition. Welche Symptome können wie zugeordnet werden.

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    Dr. med. Sascha Hoffmann

    In jenem Workshop werden anhand einfacher aber effektstarker Zauberkunststücke auch die Denkweise von Zauberern sowie Zauber-Prinzipien und die Präsentation gelehrt. Zwischendurch ist immer wieder Thema, wie ich die Zauberei im therapeutischen bzw. pädagogischen Kontext nutze. Alle Materialien werden gestellt und dürfen behalten werden, auch zwei von mir produzierte DVDs mit allen gezeigten Kunststücken.

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    Andrea Conradi

    Wir kennen das: Therapiesituationen, in denen unsere Klient:innen wie festgefahren in starken belastenden Emotionen stecken – oder wir den Eindruck bekommen, dass unbewusste Widerstände den Therapieprozess blockieren. Bei den Klopftechniken handelt es sich um eine zugleich schonende und hochwirksame, Selbstakzeptanz und Selbstwirksamkeit fördernde Therapieform.
    Sie lassen sich sehr gut in persönlichen Therapiestil integrieren und sind rasch zu erlernen. Durch paralleles Fokussieren auf das belastende Gefühl einerseits und das Beklopfen von Akupressurpunkten andererseits kommt es zu raschem Stressabbau und Veränderung dysfunktionaler Kognitionen. Ausführliche Übungen in Kleingruppen. Im Aufbauteil Bezug auf spezielle Therapiesituationen (z.B. Ängsten, verlängerten Trauerprozesse, Trauma) und Bearbeitung von Lösungsblockaden.

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    Thomas Duda

    Das Seminar richtet sich in erster Linie an „Neueinsteiger“ der EBM- Abrechnung. Es wird um die Frage gehen: Was ist der wirtschaftliche Wert meiner erbrachten Leistungen? Mit welcher Einnahmesituation meiner Praxis kann ich rechnen? Die neuen Möglichkeiten der Videosprechstunde sollen ebenfalls ausreichend berücksichtigt werden. Diese Fragen sind bei jeder Praxisgründung und Praxisübernahme sicher von besonderer Bedeutung. Das Seminar soll Neueinsteigern in der ambulanten Praxis Hilfestellungen geben, um sich im manchmal undurchsichtig erscheinenden System von EBM und Honorarverteilungsmechanismen besser zu Recht zu finden. Neben der Darstellung der Grundprinzipien der EBM- Abrechnung, der einzelnen Abrechnungsziffern und der Erläuterung der Basisbegriffe sollen im Seminar auch typische Alltagssituationen in unseren KJPP -Praxen und hierzu geeignete Abrechnungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Der seit 01.04.2020 gültige EBM mit den Erneuerungen wird selbstverständlich vermittelt. Grundprinzipien der Honorarverteilung können ebenfalls erläutert werden, wobei diese Thematik aufgrund weiterhin bestehender regionaler Besonderheiten sicher nicht in jedem Fall erschöpfend erläutert werden kann.

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    Dipl.-Ing- Dr. med. Christof Sturm

    In der Arbeitsgruppe zur GOÄ-Abrechnung werde ich zu Beginn die Leistungen, die in einer KJPP-Praxis üblicherweise im Rahmen der “Privatbehandlung” erbracht und nach GOÄ abgerechnet werden können, nennen und die Ziffer mit Bewertung in Euro erläutern. Ich werde die voraussichtlich rechtsicheren Gebührenkombinationen für typische Behandlungstermine in einer KJPP-Praxis, wie auch die Abrechnungsmöglichkeiten in Graubereichen darstellen. Für Diskussion und Erfahrungsaustausch werde ich gerne Gelegenheit geben.

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    Thomas Duda

    Das Seminar richtet sich in erster Linie an „alte Hasen“ der EBM-Abrechnung, die ihre Kenntnisse hierzu auffrischen wollen und den kollegialen Austausch suchen. Neben der Darstellung von Grundprinzipien der EBM-Abrechnung, der einzelnen Abrechnungsziffern und der Erläuterung der Basisbegriffe sollen im Seminar in erster Linie typische Alltagssituationen in unseren KJPP-Praxen und hierzu geeignete Abrechnungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert werden. Neuerungen im Zuge der EBM-Reform werden umfangreich erläutert und diskutiert. Wir wollen dazu motivieren unsere erbrachten Leistungen offensiv darzustellen und abzurechnen. Grundprinzipien der Honorarverteilung können ebenfalls kurz erläutert werden, wobei diese Thematik aufgrund weiterhin bestehender regionaler Besonderheiten sicher nicht in jedem Fall erschöpfend diskutiert werden kann.

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    Dr. med. Renate Sannwald

    Die Person des Vaters, des pater familias, hatte in unserer Kultur über lange Zeit die wichtigste Rolle im Leben der Familie. Die Auflösung der Autoritätsstrukturen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gleichstellung von Frau und Mann in Beruf und Familie hatten Auswirkungen auf die Rollenverteilung, die die Position des Vaters häufig schwächte und zum Rückzug des Vaters aus der Familie führte, so dass der Vater zum „unsichtbaren Dritten“ wurde.- In diesem Seminar werden die historische Entwicklung von Vaterrolle und Vaterbild und die psychodynamischen Theoriebildungen dazu referiert. Die distinktiven Funktionen des Vaters in der Erziehung von Kindern bis hin zum Umgang mit erwachsenen Kindern werden ausführlicher dargestellt. Die theoretischen Ausführungen werden durch Fallvignetten illustriert. Insbesondere sollen die Auswirkungen von Vaterverlust untersucht werden. Eigene Beispiele der Teilnehmer sind willkommen!

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    Dipl.-Ing. Dr. med. Christof Sturm

    Der Begriff Paraphilie ist seit 180 Jahren in die psychiatrische Diagnostik eingeführt. Lange Zeit ganz überwiegend als pathologisch angesehen, hat der Begriff in den letzten Jahren eine andere Bewertung gefunden - z.B. mit dem DSM-5 vom 2013. In meiner täglichen psychiatrischen und psychotherapeutischen Arbeit haben Paraphilien nur am Rande eine Bedeutung gehabt (ausgenommen die Pädosexualität). In den letzten Jahren ist das Trans-Thema ganz in den Vordergrund gerückt - wo haben wir überhaupt noch in unserer Arbeit mit Paraphilien zu tun? Im Rahmen der AG werde ich eine Überblick über die Klassifikation geben und über einige Erfahrungen aus meiner Praxis berichten. Anschließend soll Gelegenheit zum ausführlichen Erfahrungsaustausch und Diskussion bestehen.

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    Dr. med. Eginhard Koch

    Zur Operationalisierung der psychodynamischen Diagnostik im Kindes- und Jugendalter wurde das im Erwachsenenbereich erfolgreich etablierte Instrumentarium der Arbeitsgruppe OPD für den Kinder- und Jugendbereich adaptiert. Es ermöglicht eine strukturierte Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen und eine Verdeutlichung der Schlüsse, die wir therapeutisch daraus ziehen. Die Arbeitsgruppe OPD-KJ entwickelte ein Instrument, das auf vier psychodynamischen Achsen zu Beziehungsmustern, intrapsychischen Konflikten, der psychischen Struktur und dem Krankheitserleben von Kindern und Jugendlichen eine entwicklungsbezogene, reliable und psychodynamische Befunderhebungen ermöglicht und ist als eine Ergänzung zum „Multiaxialen Klassifikationsschema“ zu verstehen.
    Anhand von Videobeispielen werden die neuen Operationalisierungen praxisnah diskutiert.