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Grußwort des Regionalgruppenvorsitzenden Hessen des BKJPP

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist schön, sie nach 2008 in Bad Homburg und 2017 in Kassel erneut in Hessen und wieder in Kassel zur Jahrestagung des BKJPP begrüßen zu dür­fen.

Das ist sicher der zentralen Lage geschuldet, aber auch den exzellenten Tagungsmöglichkeiten in der „Documenta“stadt. So kommt der hessische Landesverband des BKJPP erneut in die erfreuliche Lage, sie bei UNS be­grüßen zu dürfen. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Grußwortes beginnt die Lockerung der im Rahmen der SARS­CoV­2­Pandemie verhängten Kontakteinschränkungen. Insofern ist die Vorfreude darauf, dass wir uns im November wieder direkt begegnen können, sehr groß. Wie viel Abstand wir dann noch voneinander halten müssen und ob mit oder ohne Mund­Nasen­Bedeckung werden wir dann feststellen. Leider kann ich als in Südhessen Ansässiger nicht so viel zu Kassel schreiben, wie es möglich wäre, wenn ich in einer Praxis vor Ort tätig wäre. Allerdings kann ich es mir sehr leicht machen, in dem ich auf die Gruß­worte von Herrn Dr. Rave als meinem Vorgänger im Vorstand der Regional­gruppe Hessen zum Kongress 2017 verweisen. Seine Worte zur Stadt von 2017 sind noch uneingeschränkt gültig. Als Stichworte seien nur genannt: der Herkules, der Bergpark Wilhelmshöhe, das Schloss Wilhelmshöhe und der Stadtpark Karlsaue mit dem Orangerieschloss.

Hessen als Bundesland hat während der SARS­CoV­2 Pandemie sowohl das Glück gehabt, dass die Todeszahlen der mit oder an Covid­19 verstorbenen gering blieben, ebenso die Infektionszahlen. Die Krankenhäuser blieben ar­beitsfähig, es ist mir keine kinder­ und jugendpsychiatrische Praxis bekannt, die im Rahmen der Kontaktbeschränkungen so wenig Zulauf hatte, dass sie in ihrer Existenz bedroht gewesen wäre. Es erreichten mich auch keine Klagen, dass die kinder­ und jugendpsychiatrische Versorgung nicht gewährleistet gewesen sei. Es scheint auch nicht in größerem Ausmaß zu den befürchteten akuten psychischen Dekompensationen unserer Patientinnen/Patienten ge­kommen zu sein. Einige Familien hat die Situation sicher an den Rand gebracht, manche wahrscheinlich sogar darüber hinaus, aber es scheinen auch einige Positives daraus gezogen zu haben und sich durch mehr Anwesenheit der Eltern oder weniger Schulstress stabilisiert zu haben.

Das Thema „Teilhabe“ ist gerade (Mai/Juni) gesamtgesellschaftlich auf der Agenda, wobei es dabei mehr um Teilhabe bei wichtigen Entscheidung wie Einschränkung der Bewegungsfreiheit geht. Insofern könnte es von be­sonderer Bedeutung sein, dass wir dieses Thema auf unserer Tagung sehr fokussiert in Bezug auf die von uns versorgten Kinder­ und Jugendlichen und ihre Familien in den Fokus rücken und diskutieren. Damit auch sie eine lau­tere Stimme haben in der Teilhabediskussion, und bei dem Blick auf „Hoch­fahren“ der Wirtschaft oder Klimaschutz nicht in Vergessenheit geraten oder für zu wenig „systemrelevant“ erklärt werden.

Insofern wünsche ich uns, dass noch mal alles recht gut gegangen ist, wenn wir uns wiedersehen können. Und wir auf unserer Tagung Ideen für eine noch bessere Gestaltung der Versorgung, der von uns betreuten psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen und deren Eltern auch und gerade in „besonderen“ Zeiten (und es werden ja absehbar weitere folgen) zusammen­tragen und für unser Handeln nutzbar machen können.

Ich wünsche Ihnen im Namen des Hessenvorstandes eine gute Zeit auf un­serer Jahrestagung 2020 in Kassel.

Dr. med. Thomas Manthey
Vorsitzender der Regionalgruppe Hessen des BKJPP